S O N N T A G S R A D L E R
  in Arbeit
die Gruppe die Touren die Photos der Kontakt open trails



Das aktuelle Waldwegegesetz (Landeswaldgesetz-LWaldG) in Baden Württemberg schreibt vor, dass Radfahren auf Wegen, die schmäler als 2 m sind, nicht erlaubt ist:

§ 37 Betreten des Waldes
(1) Jeder darf Wald zum Zwecke der Erholung betreten. Das Betreten des Waldes erfolgt auf eigene Gefahr. Neue Sorgfalts- oder Verkehrssicherungspflichten der betroffenen Waldbesitzer oder sonstiger Berechtigter werden dadurch, vorbehaltlich anderer Rechtsvorschriften, nicht begründet. Wer den Wald betritt, hat sich so zu verhalten, daß die Lebensgemeinschaft Wald und die Bewirtschaftung des Waldes nicht gestört, der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt sowie die Erholung anderer nicht beeinträchtigt wird.
(3) Das Fahren mit Krankenfahrstühlen ist gestattet. Das Radfahren und das Reiten im Wald sind nur auf Straßen und Wegen gestattet. Auf Fußgänger ist Rücksicht zu nehmen. Nicht gestattet sind das Reiten auf gekennzeichneten Wanderwegen unter 3 m Breite und auf Fußwegen, das Radfahren auf Wegen unter 2 m Breite sowie das Reiten und Radfahren auf Sport- und Lehrpfaden; die Forstbehörde kann Ausnahmen zulassen. In Verdichtungsräumen, in Naturschutzgebieten, in Waldschutzgebieten und im Erholungswald ist das Reiten im Wald nur auf den dafür ausgewiesenen Waldwegen gestattet.


Somit dürften wir nur die Fortswege befahren, alle trails wären tabu.
Die beiden Hauptargumente gegen uns MTBler lauten: Erosion + Gefährdung der Wanderer. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Hetze gegen einen jungen, dynamischen Sport, durch den sich einzelne Wanderer "gestört" fühlen, aber deswegen noch lange nicht "gefährdet" sind. Das Hauptproblem: diese -konservativen- Wanderer sind über den Schwarzwaldverein als Lobby stark organisiert; die MTBer treten als Individuen auf, Ihre Einflussnahme auf politischer Ebene ist damit gleich Null. Die tatsächliche zahlenmäßige Verteilung der Waldnutzer ist allerdings eine andere: gemäß unseren eigenen Beobachtungen haben die MTBer zahlenmäßig die Wanderer bereits überholt. Unter der Woche auf den freiburgnahen Wegen sowieso, an den Wochenenden im Schwarzwald auf vielen Wegen mittlerweile auch.

Die Forderung lautet also: Anpassung der Rahmenbedingungen an die Realität! Abschaffung des 2-m-Wege-Gesetzes! Öffnung der trails für MTBer!


KONFLIKTE mit WANDERERN
Der Wald darf zur Erholung betreten werden und dies nehmen wir auch für uns in Anspruch. Eine parallele Nutzung ist bei gegenseitiger Rücksichnahme möglich.

In der Praxis hat sich der MTB-Sport schon seit Jahren etabliert und nach unseren eigenen jahrelangen Erfahrungen, begegnen die Wanderer uns MTBern zu 99% freundlich, geben motivierende Kommentare ab "Hopp,Hopp" oder "Ist nicht mehr weit, gleich habt ihr es geschafft" und es gibt ein friedlich-fröhliches Miteinander. Das Verhältnis zw. Wanderern + MTB hat sich in der Praxis nach unseren Erfahrungen bereits absolut entspannt. Hardliner sind die absolute Ausnahme.


Die Angst vor den MTBern und damit auch die gesetzliche Regelung stammt aus den Anfangszeiten des Mountainbikens: ein neuer Sport war im Entstehen und als Wanderer plötzlich vereinzelten Radlern im Wald begegneten, wurden diese als Eindringlinge empfunden, Ängste vor vermeintlichen "Rowdies" wurden verbreitet. Wie in der menschlichen Natur fest verwurzelt, wird das Neue, Ungewohnte zuerst immer abgelehnt aus Unkenntnis und aus unbegründeten Ängsten. Wanderer gab es schon immer, Radler im Gelände eben nicht.

Übrigens wurden bereits Anfang des 20.Jahrhunderts die ersten Radfahrer ebenfalls beschimpft:
Fußgänger der Jahrthundertwende fühlten sich bedroht von den geräuschlos schnell sich nähernden Rädern. Die gemächlich flanierenden Spaziergänger der Jahrhundertwende gewöhnten sich nur langsam an die neue erforderliche Wachsamkeit auf der Straße. So manche attackierten die "Unruhestifter" mit Schirm und Schimpftiraden.
Als Wanderfahrten populär wurden, stießen Stadtbewohner mit den Bauern zusammen. Die Städter suchten mit langen Radwanderfahrten Zuflucht auf dem Land und brachten idyllische Vorstellungen vom Leben dort mit. Gleichzeitig hielten sie sich für Kulturbringer, was zu heftiger Abwehr mittels fauler Eier oder Beschimpfungen führte. "Hautīs ös owi, die narrischīn Todlīn", war oft zu hören. "Radfahrseuche" und "Kilometertrottel" zählten zu den vergleichsweise harmlosen Angriffen, denn so mancher holte die FahrerInnen mit Stöcken, die in die Speichen geworfen wurden, vom "hohen Roß": "Das Schlimmste was passieren kann/ Ein fürchterlicher Schrecken/Ist: Hält ein biedrer Bauersmann/Inīs Rad dir einen Stecken". Derart angegriffen wehrten sich die Fahrradfahrer mit Radfahrerrevolver, Säuresprühgeräten, oder "Radfahrerpetarden"-kleine, den Schweizerkrachern ähnlichen Sprengkörpern.

Das mit den Stöcken kennen ja auch manche MTBer noch aus den Anfangszeiten, nur wir Radler sind anscheinend friedlicher geworden.


Sperrungen sogenannter hotspots, wie aktuell in Freiburg diskutiert, sind, wenn es denn schon unbedingt zur Beruhigung der Gemüter sein muss, nicht generell, sondern wenn, dann nur für bestimmte Zeiträume nötig (z.B. sonntags tagsüber). Denn auch die beliebtesten Wege rings um Freiburg sind nach eigenen Erfahrungen außerhalb der Hauptwanderzeiten menschenleer (=Fußgängerleer).

Schweiz: sogar die vermeindlich konservative Schweiz hat in den Alpen Wege geöffnet für MTBs, es gibt sogar viele wunderschöne trails, die ausdrücklich als MTB-Wege gekennzeichnet sind. Wir MTB allerdings haben mit den Wanderern keine so großen Berührungsängste, wie andersrum: dort sind Wanderer nicht ausgeschlossen, haben natürlich Vorfahrt, müssen aber eben mit erhöhtem MTB aufkommen rechnen!!!





EROSION
Beispiele für Erosion: garantiert nicht von MTBlern verursacht.....
In Anbetracht dieser Bilder kann ich über den Vorwurf, MTB würde Erosion verursachen bzw. beschleunigen nur müde lächeln; wüsste nicht, wie ich mit meinem Rad eine solche Zerstörung verursachen sollte/könnte!!
Übrigens: nach RODER 1995 ist die Trittbelastung eines Wanderers in steilem Gelände 3-4 mal, die einer Kuh etwa 10 mal so hoch wie die eines Radfahrers. (RODER, U.: Geoökologische Aspekte des Mountainbiking. Diplomarbeit an der Paris-London-Universität Salzburg, 1995)
Wanderwege parallele Trittspuren durch Wanderer:
auch schmale Wanderpfade werden im Lauf der Zeit tief eingeschnitten
Weidevieh Trittspuren durch Weidevieh:
durch Verletzung der Grasnarbe am steilen Hang starke Erosion
Waldarbeiter Waldarbeiter wüten im Naturschutzbereich Kandelgipfel
auf dem Schild steht: "Naturschutzgebiet..." siehe nächstes Photo
Waldarbeiter Text auf dem Schild des obigen Photos: "Die Borstengrasrasen des Kandels stehen unter Naturschutz (§20 BNSCHG). Sie sind Lebensraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten."
Nach dieser Bearbeitung wächst da jetzt leider nix mehr!
MTB Schaden Und das Beste zum Schluss:-)))
Anfang Juni kam es am Schauinsland wieder zu immensen Schäden durch Mountainbiker. Man sieht gut das Profil der Stollenreifen und die Verwüstungen durch sogenanntes "Rutschbremsen". Sogar vor Bäumen machen sie nicht halt. Hier ist in den nächsten Jahren mit einer errosionsbedingten, kilometertiefen Schluchtbildung zu rechnen. Die Behörden sind machtlos.


Wer die Unschuld der MTBer wissenschaftlich fundiert nachlesen möchte: Dr.Thomas Wöhrstein: Mountainbike und Umwelt. Ökologische Auswirkungen und Nutzungskonflikte
Dissertation am Umweltforschungsinstitut der Universität des Saarlandes, Saarbrücken 1998, Verlag Pirrot

Und nicht zu vergessen: Freizeitradeln ist mittlerweile ein Wirtschaftsfaktor, die Hütten im Schwarzwald, wie z.B. Rappenecker, Hinterwaldkopfhütte, Höfner, Raimattihof, sind an den Wochenenden sehr stark von MTB besucht!! Das gäbe hübsche Umsatzeinbußen....


Dies ist im Übrigen eine private Meinungsäußerung, die die persönliche Sichtweise der Autorin, nicht aber zwingend die Meinung der Mitglieder dieser Radgruppe darstellt!!



links zum Thema:
Deutsche Initiative MTB       DIMB
Allgemeiner Deutscher Fahrrad Club       ADFC






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